Erstes Leuchtturmprojekt im
Krefelder Hafen abgeschlossen


Krefelder Containerterminal nimmt Betrieb auf

Krefeld/Rheinhafen. Krefeld ist eine Hafenstadt. Oberbürgermeister Gregor Kathstede überzeugte sich gestern anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme des Krefelder Container Terminals (KCT), von der Leistungsfähigkeit der trimodalen Anlage direkt am Rhein. Seit Beginn der strategischen Partnerschaft zwischen Krefeld und den Neuss-Düsseldorfer Häfen 2008, war die Reaktivierung und Modernisierung des Terminals ein Schwerpunkt der Hafenentwicklung.

Das Terminal besteht zwar schon seit fast 10 Jahren, war aber deutlich unterdimensioniert. Aus 4.000 Quadratmetern wurden innerhalb des vergangenen Jahres 35.000, und mit der zweiten Containerbrücke ist jetzt eine Umschlagsleistung von 150.000 TEU/Jahr leistbar.

„Wir haben in Krefeld im letzten Jahr 280.000 Quadratmeter Gewerbe- und Industrieflächen erschlossen. Mit KCT und der Neuansiedlung von Thyssen-Krupp liegen über die Hälfte dieser Flächen im Hafengebiet“, erklärte Oberbürgermeister Gregor Kathstede zum Stellenwert des Rheinhafens für die Stadt. „Krefeld ist ein schlafender Riese“ ergänzte Manfred Abrahams, Stadtkämmerer und Aufsichtsratsvorsitzender der Hafengesellschaft. „Damit wir als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig bleiben, brauchen wir den trimodalen Anschluss für unsere Unternehmen“.

Für die Geschäftsführer der Hafen Krefeld GmbH, Elisabeth Lehnen und Rainer Schäfer, ist damit das erste Großprojekt abgeschlossen.“Wir haben vier Millionen Euro in dieses `Schmuckkästchen? investiert, weil ein Hafen ohne die Möglichkeit des Containerumschlages nicht zukunftsfähig ist.“

Die direkte Stromlage des Terminals ist für Karl-Heinz Schoon der Schlüssel zum Erfolg. Als Geschäftsführer in Krefeld und Düsseldorf kann er vergleichen, wie schnell Binnenschiffe abgewickelt werden. „Wir brauchen in Krefeld kein aufwändiges Manövrieren: anlegen-umschlagen-weiterfahren. Dieser Zeitvorteil macht sich gerade für die Liniendienste bezahlt.“

Um das Krefelder Bild abzurunden, stellte Gunnar Platz von PLANCO-Consulting die Bedeutung des Rheinhafens und der hafenaffinen Unternehmen für Stadt und Umland vor. 18.000 Arbeitsplätze, 800 Millionen Euro Bruttowertschöpfung, 10 Prozent der städtischen Steuereinnahmen und 4.000 neue Arbeitsplätze, die in den nächsten Jahren entstehen können. „Das Binnenschiff ist der umweltverträglichste und oft auch kostengünstigste Verkehrsträger mit nennenswerten Kapazitätsreserven. Eine zukunftsfähige Logistik braucht den intelligenten Mix der Verkehrsträger und die Unterstützung der Politik“, ist das Fazit des Verkehrsexperten.