Erweiterung des Krefelder Hafens
Genehmigungsverfahren eingeleitet


PRESSEMITTEILUNG

Krefeld/Rheinhafen. Der Rheinhafen Krefeld nimmt eine neue Aufgabe in Angriff. Im Zuge der Planungen für das neue Kraftwerk im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen wird das Hafengebiet nach Norden erweitert. Nach dem Willen der Stadt Krefeld und des Betreibers, erfolgt die Versorgung des Kraftwerks mit Kohle in Zukunft durch Binnenschiffe über den Rheinhafen Krefeld. Hiermit kann eine wesentliche Reduzierung der Lärmemissionen (entfallender Bahntransport) und daraus resultierender Belastungen für die Bevölkerung erreicht werden. Das Genehmigungsverfahren für den neuen Anleger mit Umschlagstelle wurde jetzt mit der Übergabe der Scoping-Unterlagen an die zuständige Bezirksregierung in Düsseldorf gestartet.

Der erste Schritt ist die Erweiterung des Krefelder Hafengebietes. Die Stadt Krefeld hat im Juni bei der Bezirksregierung Düsseldorf den Antrag auf ordnungsbehördliche Erweiterung gestellt, damit eine zusätzliche Anlegestelle für die Kohleanlieferung geschaffen werden kann. Anfang September wurden die Planungsunterlage für diese neue Umschlagstelle durch die Hafen Krefeld GmbH & Co. KG ebenfalls bei der Bezirksregierung eingereicht.

Im neuen Hafenteil soll eine Umschlagstelle für mehr als zwei Millionen Tonnen Steinkohle entstehen, die aus Gründen des Hochwasserschutzes aufgeständert gebaut wird. Damit sind Stromquerschnitt und -strömung, sowie die Hochwasserretentionsflächen nur minimal betroffen. Mit zwei Krananlagen wird die Kohle an ein eingehaustes Bandsystem übergeben, das direkt in das Kohlelager des Kraftwerks führt. Damit entfallen die befürchteten Belastungen durch den Umschlag und Transport mit der Eisenbahn. Durch die modernen Krananlagen, Beregnungstechnik und die staubsichere Bandanlage sind Lärm- und Staubbelastung auf das Minimum reduziert. Mit der Planung der Anlage ist Dr. Christian Weiler von Grontmij DPU, befasst. Er sieht den großen Vorteil der aktuellen Planung in den geringen Umweltbelastungen: „Das Layout der Anlage ist bewusst so gewählt, dass keine Wohngebiete betroffen sind. In direkter Nähe der Umschlagstelle werden wir einschließlich der Hintergrundbelastung unter 50 Prozent des Grenzwertes für Feinstaub bleiben. Und durch das geschlossene Transportsystem fallen nur hier Belastungen an.“

Die Versorgungssicherheit des Kraftwerkes ist auch bei niedrigen Rheinwasserständen gesichert. Neben der Bunkergröße des Kraftwerks mit einer Kohlereserve für über 30 Tage, ist die Umschlagstelle so konzipiert, dass verschiedene Schiffsgrößen problemlos anlegen und entladen werden können. Der Tiefgang kann somit an die verfügbare Wassertiefe angepasst werden.

Rainer Schäfer, Geschäftsführer der Hafen Krefeld GmbH, ist sicher, dass die Anlieferung per Schiff die beste Möglichkeit ist: „Aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten ist das Binnenschiff der ideale Verkehrsträger für Massengüter. Betrachtet man die volkswirtschaftlich relevanten Kosten, so liegt das Binnenschiff um Längen vor Eisenbahn und LKW. Zudem ist das Binnenschiff deutlich günstiger bei den Transportkosten. Mit dem LKW ist jede Tonne fünfmal teurer, der Eisenbahntransport würde etwa die doppelten Kosten verursachen. Und wir müssen nur einmal umschlagen.“

Der nächste Schritt im Genehmigungsverfahren ist der Scoping-Termin mit der Bezirksregierung Düsseldorf am 17. September. Daran schließen sich verschiedene Gutachten und Anhörungen an. Dr. Weiler rechnet deshalb mit einem Planfeststellungsbeschluss nicht vor November 2010. Die reine Bauzeit der Anlege- Umschlagstelle würde dann ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen. Der Bau des neuen Hafenteils wird so terminiert werden, dass bei Fertigstellung des Kraftwerks im ChemPark die Kohleversorgung sichergestellt ist. Für die Anlegestelle mit den benötigten Umschlagseinrichtungen rechnet der Rheinhafen Krefeld mit einer Investitionssumme im zweistelligen Millionenbereich.

„Blick über den Rhein auf das Modell der neuen Umschlagstelle. Im Hintergrund der Chempark Uerdingen.“

Fotomontage: Grontmij AEW Plan GmbH / Nutzung für redaktionelle Zwecke frei.

Info: Umschlagstelle:
- Hochwassersichere Ständerkonstruktion
- ca. 140 m lang, 2.000qm Fläche der Plattform
- 2 Krananlagen mit einer Förderleistung von jeweils 500-600to/h
- Anlegemöglichkeit für Koppelverbände (4.000-5.000to/185m Länge) oder zwei kleinere Binnenschiffe


„Verkehrswissenschaftlicher und ökologischer Vergleich der Verkehrsträger“ Gutachten PLANCO (2007)