Der Hafen soll deutlich wachsen

Quelle: http://www.wz-newsline.de / 14. August 2014 von Egon Traxler

Der Ring soll den Verkehr entlasten, die Drehbrücke bleibt ein Problem

Krefeld. Die Umschlagszahlen steigen und im Hafen wird es langsam eng. Die WZ sprach mit Sascha Oder­matt und Elisabeth Lehnen von der Hafen-GmbH über den aktuellen Stand der Hafenentwicklung.

„Mit der Fertigstellung des südlichen Hafenringes stehen uns ungefähr 20 Hektar mehr Fläche für die Neuansiedlung von Betrieben zur Verfügung“, stellt Elisabeth Lehnen, Geschäftsführerin der Hafen-GmbH, fest. Vor allem aber führe die Fertigstellung bis Ende des Jahres zu einer Verbesserung der Verkehrssitua­tion im Hafen.

Denkmäler bleiben vorerst stehen. Keinen akuten Platzbedarf sehen Lehnen und Mitgeschäftsführer Sascha Odermatt hingegen im Bereich des Containerterminals (KTC) am Hafenkopf. Die beiden historischen Magazingebäude aus dem Jahr 1905 nehmen zwar zusammen rund 3500 Quadratmeter Grundfläche ein. Überlegungen, den Denkmalschutz dafür aufzuheben, seien jedoch nur strategischer Natur, stellen Lehnen und Odermatt fest. „In Gesprächen mit dem Landschaftsverband als oberer Denkmalbehörde haben wir ausgelotet, welcher Verfahrensweg dafür eines Tages nötig wäre“, sagt Odermatt.

Die beiden Denkmäler sind weniger drängende Probleme der Hafenentwicklung. In erster Linie steht die Lösung der Verkehrsprobleme im Fokus. Zwei Projekte sind weitgehend abgeschlossen: Die Begradigung der Hentrichstraße und der Ausbau des südlichen Hafenringes. Dezernent Martin Linne sprach im Pla­nungsausschuss im Frühjahr vor zwei Jahren von rund 22 Millionen, die die weitere verkehrliche Erschlie­ßung bis zum Jahr 2020 kosten werde.

50 Millionen Euro für Containerterminal

Hier wiederum erweist sich die nur einspurig zu befahrene Drehbrücke, die seit 24 Jahren unter Denkmalschutz steht, als Hauptproblem.

15 Millionen Euro seien allein für eine neue Brücke zu kalkulieren. „Das Geld dafür haben weder wir noch die Stadt. Auch Landeszuschüsse sind unwahrscheinlich“, sagt Odermatt. Ein Gutachten über den baulichen Zustand der 109 Jahre alten Brücke soll auch feststellen, ob künftig durch bauliche Veränderun­gen ein zweispuriger Verkehr möglich sei. Das sei noch mit der örtlichen Denkmalbehörde abzustimmen, betont Odermatt. Bis zum Herbst soll dieses Gutachten vorliegen.

Nachdem der Stadtrat der Nordanbindung des Hafens Priorität eingeräumt hat, werden weitere Projekte in Angriff genommen. Der Knoten Düsseldorfer Straße/Hafenstraße wird modernisiert (Kosten bei 1,4 Mil­lionen Euro). Neu gebaut wird ein fünfarmiger Kreisverkehr an der Düsseldorfer-/Floßstraße (1,1 Millionen Euro). Ausgebaut werden soll auch der Knoten Berliner Straße/Floßstraße. Damit soll unter anderem eine Linksabbiegemöglichkeit aus Richtung Duisburg zum Hafen ermöglicht werden. Angedacht ist auch eine verkürzte Rampe von der Mündelheimer Straße in Richtung B 57 mit entsprechendem Lärmschutz für die Anwohner.

Ebenfalls im Herbst erwarten Lehnen und Odermatt einen Bescheid des Eisenbahn-Bundesamtes über den Förderantrag für das künftige Containerterminal in Linn. Mit rund 50 Millionen Euro soll der ehemalige Rangierbahnhof zum bimodalen Umschlagplatz (Bahn/Lkw) für den steigenden Bedarf für Güter aus den Seehäfen Rotterdam oder Amsterdam ausgebaut werden.