Bauhaus macht was draus!


Quelle: das wirtschaftsmagazin für krefeld / www.wfg-krefeld.de / Ausgabe 2016-12
Investitionsboom in Krefeld

Bauhaus macht was draus!
Auch VGG und Brockmann Holz zog es ans Wasser

Ebenso wie im Krefelder Süden wurde auch im Krefelder Rheinhafen 2016 kräftig investiert. Hier wurden in den letzten Monaten gleich dreimal große Hallenkomplexe ihren Bestimmungen übergeben bzw. steht die Inbetriebnahme kurz bevor. Der Lkw-Verkehr wird dadurch signifikant zunehmen und die Hafeninfrastruktur wohl einiges mehr zu tun bekommen. Einhergehend damit sind aber auch die verfügbaren Flächenpotenziale im Hafengelände erst einmal ausgeschöpft.

Brockmann Holz, einer der führenden Sperrholzimpor teure Deutschlands, hat an der Bataverstraße bereits im Frühjahr sein neues Zentrallager eröffnet. Damit wurde auch das operative Geschäft des auf Serviceleistungen rund um Sperrholz spezialisierten Unternehmens von Düsseldorf nach Krefeld verlagert. Da das Rohmaterial vor allem aus Brasilien, China, Russland, Osteuropa und Skandinavien kommt, kann jetzt aus dem Importlager in Antwerpen die Anlieferung zum Servicezentrum weitgehend per Binnenschiff erfolgen. Verarbeitet wird es dann hier zu Verschalungen, Kisten, Verpackungen sowie diversen Baumaterialien.

Spontan ist die Entscheidung im Familienunternehmen Brockmann Holz nicht unbedingt gefallen. Hans Gerd Glatzel hatte das Grundstück bereits 1995 erworben. Nicht ohne Stolz blickt er jetzt auf dem über 30.000 Quadratmeter großen Grundstück auf das zu den Seiten hin offene Lager, die Holzbearbeitungshalle, die Heizungsanlage, die kostengünstig das Restholz verwertet, und den neuen Bürotrakt. Die Geschäfte führt jetzt aber in vierter Generation Gerd-Friedrich Glatzel, den besonders die logistischen Qualitäten des Krefelder Rheinhafens überzeugen.

Das gilt auch für die VGG Handels AG mit bisherigem Sitz in Kaarst, die am Südrand des Wendebeckens Ende Juni 2016 nach nur zehnmonatiger Bauzeit die Fertigstellung von 70.000 Quadratmeter Hallenfläche vermelden konnte. Das über 12 ha große Grundstück konnte zum Teil von einem privaten Eigentümer erworben und vom Rheinhafen langfristig angepachtet werden. 46.000 Quadratmeter der Hallen nutzt das Unternehmen selbst zum Versand von weißer Ware an Handelsbetriebe in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Der Großteil der importierten Ware kommt auf dem Schiffsweg und wird entsprechend über den Containerterminal und die Infrastruktur des Hafens Krefeld abgewickelt. Mit Eröffnung des Zentrallagers werden die bisherigen Lager in Düsseldorf, Dormagen, Krefeld und Neuss aufgelöst. Für die verbliebenen 24.000 Quadratmeter gibt es sehr konkrete Interessen. Bei Vollbetrieb werden hier über 300 Mitarbeiter Beschäftigung finden.

Von einer ähnlichen Mitarbeiterzahl kann auch beim dritten großflächigen Bauprojekt, dem neuen Bauhaus-Zentrallager an der Fegeteschstraße, ausgegangen werden. Auf dem 130.000 Quadratmeter großen, vom Rheinhafen langfristig angepachteten Grundstück werden noch vor Jahresende 63.000 Quadratmeter Betriebsfläche und 25.000 Quadratmeter Blocklagerflächen in Betrieb genommen. Herausragend in doppeltem Sinne ist ein vollautomatisches, über 40 m hohes Hochregallager. Ausschlaggebend waren auch in diesem Falle die trimodalen Angebote des Rheinhafens. Über das Terminal an der Hafenspitze sollen über 10.000 Container jährlich abgewickelt werden. Der Krefelder Standort wird damit zu einer der wichtigsten logistischen Drehscheiben der Baumarktkette in Europa.